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Hilfen zur Sicherung der Kommunikation gehörloser Menschen am Arbeitsplatz


Leistungen bei außergewöhnlichen Belastungen

(§27 SchwbAV)

Leistungen nach § 27 SchwbAV kommen in Frage, wenn im Laufe der Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen deutlich wird, dass für den Arbeitgeber "außergewöhnliche Belastungen" entstehen, die nicht nur vorübergehend sind.
Der Arbeitgeber kann dafür einen finanziellen Ausgleich beantragen.
Da in diesem Fall nicht der schwerbehinderte Mensch selbst, sondern der Arbeitgeber die Leistungen beantragt und organisiert, spricht man hier auch von arbeitgeberorganisierter Arbeitsassistenz.

Betreuungsaufwand

Eine "außergewöhnliche Belastung" kann z.B. durch einen besonderen Betreuungsaufwand entstehen.
Dies kann etwa der Fall sein, wenn jemand aufgrund seiner Behinderung während der Arbeitszeit mehr als eine halbe Stunde täglich besondere Unterstützung benötigt.
So kommt es häufig vor, dass ein Kollege für einen gehörlosen Mitarbeiter regelmäßig Telefonate übernimmt oder als fester Ansprechpartner zur Informationsvermittlung fungiert.
Entsprechende Unterstützungsleistungen werden – in Abstimmung mit dem schwerbehinderten Arbeitnehmer – oft von Arbeitskollegen des schwerbehinderten Menschen übernommen. Für den zusätzlichen Zeitaufwand erhält der Arbeitgeber dann einen finanziellen Ausgleich.

Genauso gut kann ein Arbeitgeber aber auch professionelle Gebärdensprachdolmetscher beauftragen und sich die damit verbundenen Kosten erstatten lassen.

Bei regelmäßigem Bedarf kann dem Arbeitgeber ein Kontingent an Dolmetscherstunden bewilligt werden, über das er dann in Abstimmung mit dem gehörlosen Mitarbeiter frei verfügt (z.B. für regelmäßige Teambesprechungen oder während fester Telefonzeiten). Der Umfang der bewilligten Dolmetscherstunden hängt von den Erfordernissen am jeweiligen Arbeitsplatz ab. In einem Fall können 10, in einem anderen Fall 100 Dolmetscherstunden pro Jahr bewilligt werden.

Minderleistungsausgleich

Bleibt ein schwerbehinderter Mensch aus behinderungsbedingten Gründen dauerhaft erheblich hinter der durchschnittlichen Leistung vergleichbarer Arbeitnehmer zurück, kann dem Arbeitgeber ein finanzieller Ausgleich für diese so genannte "Minderleistung" in Form der anteiligen Lohnkosten erstattet werden.


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